Der „Rock im Herbst“ in Geroldshausen gehört zu den großen Ereignissen Wolnzachs, das dem Ort den Anschluss gibt zu Unterempfenbach bis hin zu Wacken. Jedes Jahr treten neue Bands auf, organisiert von Wolnzacher Musikern. Heuer war Rudi Randelzhofer an der Reihe, immer auf Trab, der Schlagzeuger der legendären „A Baker’s Dozen“ mit Stilwirt „Muskel“ Georg Appel als Frontmann und langjährigem Organisatoren des Events das lange „Rock-Frühling“ hieß. „Muskels“ Geist schwebt heute noch über dem „Rock im Herbst“. Zum Einstieg 2026 lieferten die Reichertshofener „StereoSonix“ klassischen Rock, der mit zwei Zugaben gewürdigt wurde: viel Gitarre, ein Doppel-Akkordeon, drei Sänger, ein harter Beat vom Schlagzeug, bestes Alter. Seit fünf Jahren spielen sie zusammen. Danach begann der Umbau vom Schlagzeug bis alle anderen Instrumente zur legendären „Garden Gang“ mit Frontmann PamP, dem Gesicht der Band. Es wurde klar, wieviel Technik mitzubringen war und wie lange es dauert, bis alles wieder neu entsteht. Auch die Tontechnik muss immer wieder von Grund auf starten – was aber hervorragend klappte. Bei der „Garden Gang“ kamen Charaktere auf die Bühne – Gitarrist Pat Duvango als Akademiker mit Krawatte, Bassist Harry Bieling mit Schiffermütze, Drummer Nelly Vollglatze und Ann Dee, das einstige Super-Punk-Mädchen, nun in Mimik und Stimme gleichgeblieben, aber nur noch schwarzen Rock für den Rock. Vor 15 Jahren traten sie schon beim „Rock im Frühling“ auf. Ihre Musik ist seitdem noch rockiger geworden, doch ihrer Grundlinie blieben sie treu.
Dann wieder Umbau zu den „Giants of Rock“ mit Rudi Randelzhofer am Schlagzeug. Seit einem Jahr spielen sie zusammen. Vor 42 Jahren gab es die Formation aus Paunzhausen und dem Raum München bereits, aber dann folgte eine lange Pause, bis es vor drei Jahren wieder richtig zur Sache ging. Wieder Charaktere auf der Bühne: Gesang-Frontmann kahlköpfig, knallhartes Zentrum der Band, drei langhaarige Gitarristen, alle mit Solieinlagen, und unser Rudi. Die Lautstärke passte zu den Hardrock-Stücken, die auch in Wacken stilecht als „German“ gespielt werden könnten. Am Anfang stiegen „Typen“ auf die Bühne, am Ende verließen die Musiker als Stars die Bühne.
Es war schon Mitternacht als die ungarische „Nemezis“ nach Umbau loslegte: Bassist mit langem Bart, Gitarrist als Sänger und Schlagzeuger mit Brille. Seit einigen Jahren leben sie nun in Bayern – für Orban waren sie zu progressiv. Dabei wirkten sie nach den „Giants“ eher brav, zeigten aber sehr guten, konstruktiven Rock. Ein idealer Ausklang. Rund 200 Besucher fühlten sich im Saal des „Gscheiders“, dem neuen Dorfheim, zuhause, bekamen Getränke aller Art und Pizzaschnitten von den Geroldshausern. Alles funktionierte prächtig. So soll es 2027 eine Neuauflage des „Rock im Herbst“ geben, mit Bands, die an 2025 anknüpfen. Es könnten dann auch 100 Gäste mehr werden. ek
Foto: Eduard Kastner
