Strukturen

Oktober 05, 2026

So titelt die neue Ausstellung des WA im Deutschen Hopfenmuseum, die seit dem 25. September bis Anfang November läuft. Die Künstlerin, Dr. Cornelia von Detten, arbeitet in verschiedenen Motivgruppen wie z.B. Kabelanhäufungen aus der 3. Welt, typisch für indische Städte (Titelbild links), Blüten, Gemüse oder Bäumen und Gräsern. Dabei geht es nicht um die Darstellung in farbenfrohen Bildern, sondern die Beziehungen der Teile zueinander. Aus einem Chaos oder zufälligem Wachsen kommt durch die bewusste Abbildung Ordnung. So wird der Kontrast zwischen menschlicher Technik bzw. dem Umgang mit ihr und den Schöpfungen der Natur überdeutlich. Der Mensch kann von der Natur noch viel lernen. Besonders beeindruckend, wie von Detten sehr feine Linien malt.

Die Bilder wirken auf den ersten Blick wie Fotografien, gerade die Baumbilder und Gräser. Der Detailreichtum besticht. Die Künstlerin arbeitet an jedem Bild monatelang. Es offenbart sich ein sehr großes Können, wie es auch von anderen Künstlern bewundert wird. Zur Vernissage erklärte die Galeristin und Kunsthistorikerin Dr. Karin Wimmer das Struktur-Prinzip von Dettens. Ausgangspunkt sind meist Fotos, die aber dann abgewandelt werden, um in die Strukturen zu kommen. Aus einem Bild ergibt sich dann das nächste der Serie.

Die rund 300 Gäste der Vernissage – viele kamen von München – zeigten sich von der Kunst tief beeindruckt, gerade als sie ihnen erklärt wurde. Die beiden Hauptakteurinnen erhielten zum Dank je ein Hopfenkränzchen – als „Struktur der Hallertau“. Dr. von Detten ist öfters in Wolnzach, um ihren Mann, Prof. Claude Herion, zu besuchen, der seine Zahnradfabrik an der Schlagenhauser Mühle von den Linners wieder zurückgekauft hat und wieder führt. Die in Wesel (Niederrhein) geborene von Detten studierte an der Akademie der Bildenden Künste München (Prof. Helmut Sturm) sowie Kunstgeschichte und blieb dann in Bayern. Ihr Atelier steht in Windach unweit des Ammersees. Wegen einer Folgeausstellung können die Bilder nur bis zum 8. November in Wolnzach besichtigt werden (Di.-So., 10-17 Uhr). ek

Foto: M. Calson