Die drei Tage Poperinge waren für die Gastgeber wie die Wolnzacher ein voller Erfolg. Ohne Zwischenfälle bei perfekter Organisation gab die Partnerstadt ihr Bestes, zeigte ein festliches Gesicht. Es ist auch gut, dass sich im Programm nicht zu viel ändert. Nach drei Jahren braucht es ein gewisses Zurechtfinden mit möglichst wenig Überraschungen. Wieviel haben wir doch von Poperinge übernommen, angefangen vom Hopfenmuseum, den Kunst- und Hobbykreis und die Gastfreundschaft. Beim Schmücken mit Hopfen bleiben uns die Belgier nach wie vor weit voraus. Erstmals begleitete Michaela Eisenmann mit Gatten die Festtage. Da werden noch weitere Ideen für Wolnzach aus Poperinge entstehen.
Der Aufwand, den Poperinge mit seinem Festzug betreibt, ist mindestens so groß wie unser „Wolnzach im Laufe der Geschichte“. Auf Flanderns Weiden sehen wir mindestens so viele Pferde wie bei uns. Sie bilden auch dort das Fundament des Festzugs. Poperinge nutzt die drei Tage stärker für den Tourismus als Wolnzach. In Poperinge und Wolnzach wird das Zusehen gratis vergeben. Wirtschaftlich geht es Flandern gut. Viele neue Unternehmen reihen sich um die Stadt und entlang der Autobahnen nach Brüssel. Die Flandern entsprechen in ihrer Mentalität mehr den Bayern als den Wallonen.
Es ist gut, den Sonntag mit einem Festgottesdienst zu beginnen. Das stärkt die gemeinsamen Wurzeln. Hinzu kommt die Herzlichkeit, wie wir von den aktiven Poperingern begrüßt werden. Interessanterweise halten sich viele Mitwirkende schon sehr lange. Wolnzach bietet mit einer sehr starken Delegation auch eine echte Partnerschaft im Sinne der Idee des vereinten Europas. Die anderen Delegationen aus England, Frankreich, Tschechien und Norddeutschland reisen nur mit wenigen Politikern an. Wolnzach genießt deshalb die Starrolle. Die Marktkapelle darf öfter spielen als die eigene „Harmonie St. Cecilie“. Beim Festzug nimmt nicht nur unsere Marktkapelle einen Spitzenplatz ein, reiht sich zum eigenen Wagen der hallertauer Hopfenkönigin, heuer vertreten durch Vize Claudia Neumaier, und den Wolnzacher Schützen ein. Dahinter kommen die neu gewählten Hopfenhoheiten Belgiens. Das spricht Bände für die Wichtigkeit des Beitrags Wolnzachs zum Poperinger Fest.
Es kamen auch junge Wolnzacher spontan an, wollten wissen, wie es in Poperinge zugeht. Das drückt aus, dass diese Patenschaft lebt, fortbesteht. Poperinge ist wirklich eine zweite Heimat der Wolnzacher. Der Rhythmus von drei Jahren muss unbedingt beibehalten werden. Poperinge braucht ihn nicht nur für die drei Jahre, auf die das Dreigestirn gewählt ist, sondern auch für die Stellung im eigenen Land. Alle 3 Jahre kommt Poperinge ins Fernsehen mit dem Festzug. Das Bierzelt wird immer besser. Schon am Freitag wurden 8.000 Liter Bier ausgeschenkt. Aber dass die Bevölkerung so begeistert mitgeht, ist den Aufwand wert. Über die Wahl als Party werden wir noch lange mit Begeisterung sprechen. Ja, da konnten wir wieder dazu lernen. Doch wie soll der Rhythmus der gegenseitigen Besuche alle drei Jahre in Einklang kommen mit dem Beschluss des Wolnzacher Gemeinderats, den eigenen Festzug nur noch alle fünf Jahre abzuhalten? Dann wird nach einer Zwischenattraktion für die Gäste aus Belgien nachgedacht werden müssen. Im Rhythmus eignen sich sechs Jahre besser, den Wolnzacher Festzug abzuhalten. Aber es wird sich immer eine Lösung finden, weil die Verbundenheit auf beiden Seiten so stark ist. ek