Die anderen Kulturen

August 24, 2026

Doch wie sieht es ausserhalb des Hopfenbaus in Deutschland aus? Geschäftsführer Walter König vom Bayerischen Brauerbund stellte auf dem IGN-Hopfentag die Lage bei der Braugerste dar. Sie sei trotz eines Ertragsrückgangs von 30 % nicht so schlimm wie Bauernverbandspräsident Rudewied sie in den Medien herzerschütternd darstellte. Einerseits bestehen noch gute Vorräte aus dem Vorjahr aufgrund der Stagnation des Bierabsatzes. Andererseits biete v.a. Dänemark einen guten Ausgleich in der Versorgung, während Frankreich auch wegen des Klimawandels einen Rückgang von 50.000 to verzeichnete. Sorgen bereiten König freilich, die Flächen für Braugerste halten zu können, da der allgemeine Gerstenpreis nach oben ging und so fast kein Abstand zur Braugerste mehr besteht. Die Braugerste sei aber riskanter im Anbau wegen des kontrollierten niedrigen Eiweißgehalts. Wenn der Eiweißgehalt zu hoch wird, muss die Gerste verfüttert werden.

Beim Brauweizen sei die Versorgungslage ebenfalls gut. Der Preis für normalen Weizen stieg. So besteht auch hier das Risiko, die Anbauflächen konstant zu halten. König sieht aber wieder „normale“ Niederschläge kommen, wodurch die Preislage beim Weizen wieder sinke. Es spielen aber auch geopolitische Faktoren auf dem Getreidemarkt mit. Die Ukraine, einer der größten Getreide-Produzenten der Welt, könne seine Ernte nicht verschiffen wegen der ständigen Angriffe Russlands. König: „Doch die Ernte wurde eingefahren, wie wenn kein Krieg bestünde“.

Es gibt auch Kulturen, die vom warmen Wetter profitieren. Die Gurkenbauern in Niederbayern fahren eine um 30-40 % höhere Menge ein, da die Gurken (bei künstlicher unterirdischer Bewässerung) im wärmeren Boden besser wachsen. Die Verarbeitungsbetriebe bewältigen die Rekordernte grandios. Nun muss die Ware nur noch an den Mann gebracht werden. Gurken anstelle von Wurst? Denn die Futterlage für die Fleischproduktion steht unter Druck. Kurzfristig entsteht ein Mehrangebot an Fleischwaren wegen vermehrter Schlachtungen. Mittelfristig werden die Tiere fehlen. Dann werden die Gurken die Lücke schließen?

Interessant aus den IGN-Vorträgen: Es gab in der Hitze weniger Schädlinge wie z. B. Pilze. Peronospora-Aufrufe blieben 2026 aus. Das wird auch für den Weinbau zutreffen. Frostschäden im Frühjahr gehörten auch der Vergangenheit an. Der Wassermangel im Weingarten wird die Erntemenge drosseln. Aber ist eine geringe Ernte für den Winzer wirklich ein Problem? Die Öchsle stimmen doch. Bei Mais sieht es dagegen düster aus. Als Futtermittel fällt er zu einem guten Teil aus. Für die Biogasanlagen wird auch eine gewisse Drosselung nötig sein. Es muss nach Ersatzstoffen gesucht werden.

Die Spargelsaison 2026 verlief ganz normal. Es darf auch nicht übersehen werden, dass es im Alpenvorland und im Gebirge deutlich mehr regnet als bei uns. Dort blieben die Weiden erhalten, so dass es genügend Milchprodukte weiterhin gibt. Ruckwied gab in seiner Pressekonferenz auch bekannt, dass der Norden Deutschlands bei Getreide weniger Probleme hatte als Bayern. In Summe ergibt sich also nur ein Einnahmeminus für die deutschen Landwirte von 5 %. Das müsste verkraftbar sein. Die Fälle am einzelnen Hof können sich aber viel dramatischer abspielen. ek