Die Trockenheit

August 10, 2026

Am Donnerstag hielt der neue Umweltminister Steffen Bilger eine Krisensitzung zur Rhein-Schiffahrt, die wegen niedriger Pegelstände nur noch von wenigen flachen Kähnen durchgeführt werden kann. Wegen des El-Niño-Jahres war dies aber bereits im April absehbar. Die Warenmenge, die auf dem Rhein befördert wird, ist weder durch die Bahn noch durch LKWs übernehmbar. Es ist auch damit zu rechnen, dass die Trockenheit sich bis Mitte September hinzieht. Dann kommt die Schiffahrt völlig zum Erliegen. Die Industrie am Oberrhein, aber auch die von Duisburg versorgte wird stark betroffen sein. Da ist die Aufhebung des Fahrverbots für LKW am Wochenende nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Es müsste einhergehen mit einer Befreiung der Fahrer von der Einhaltung einer begrenzten Wochenarbeitszeit.

Sicher wird die Bahn auch noch Reserven an Kesselwägen entdecken und sie besser auslasten. Doch hilft dies nur bei extremen Notsituationen. Am Markt steigen die Preise der betroffenen Güter. In der Hauptsache werden Produktionen eingestellt und die Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt. Das Vertiefen der Fahrrinnen kommt teuer und dauert. Wenigstens begreifen die Nationen, wie sich der Klimawandel auswirkt und dass er bereits weit fortgeschritten ist. Was aber nicht wahr genommen wird: Die Trockenheit wird weiter zunehmen, v.a. in El-Niño-Jahren. Das Ausbaggern der Fahrrinnen wird dann auch keine Lösung mehr sein. Es fehlt an Wasser – und zwar überall: In der Landwirtschaft, beim Trinkwasser etc.

Was hilft: Die Industrie muss Lager anlegen für die Monate, in denen die Schiffahrt ausfällt. Diese Menge muss in den guten Monaten zusätzlich befördert werden. Von der Donau kennen wir dies. Juli und August fällt der Gütertransport aus. Darauf haben sich fast alle Betroffenen eingestellt. Womöglich dehnt sich diese Zeit um zwei Monate aus, also von Juni bis Oktober. Natürlich wird es Jahre geben, die wieder mehr Niederschläge bringen, v.a. in La-Niña-Perioden. Aber tendenziell werden die Niederschläge weniger. Leider will die Politik den künstlichen Regen nicht ernst nehmen. Würde er systematisch eingesetzt, hätten wir all die Miseren mit Trockenheit, Waldbränden, Sturzfluten bis hin zu Tausenden von Hitzetoren nicht. Der Aufwand des Aufbaus und des Betriebs wäre vernachlässigungswert im Vergleich zu den Schäden aus dem Kliamawandel. Immerhin hat Papst Leo XIV. das Regnen-Lassen mit WeatherTec  ins Heilige Jahr 2025 aufgenommen. Der Vatikan hat die Technik geprüft und für tragfähig befunden. In Tansania soll der künstliche Regen als erstes Land eingesetzt werden. Denn die Katastrophen aus dem Klimawandel treffen viele Länder. Auch die Waldbrände in Europa könnten durch künstlichen Regen innerhalb eines Tages gelöscht werden. Dadurch würden Millionen von CO2-Tonnen durch die Brände nicht mehr in die Atmosphäre gehen. ek