Adi Schapfl IHB-Präsident

August 03, 2026

Das Internationale Hopfenbau Büro (IHB) ist der Dachverband aller Hopfenpflanzerverbände der Welt. Einmal im Sommer hält das IHB einen Kongress, zu dem alle Verbandsspitzen versuchen zu kommen. Er findet jedes Jahr in einem anderen Land statt. Das Programm umfasst Sitzungen, v.a. der Fachausschüsse, und Besichtigungen vor Ort. Am letzten Abend tanzt der Kongress bei einem Festabend. Heuer war die Hallertau die Gastgeberin. Das Ingolstädter Maritim-Kongress-Hotel bot eine bestmögliche Basis für die Tagungen, die Unterbringung der rund 300 Gäste und für den Festabend. Adi Schapfl, Präsident des Deutschen Hopfenpflanzerverbands und HVG-Aufsichtsratsvorsitzender sowie Dr. Erich Lehmair stellten sich als perfekte Gastgeber dar und chauffierten durch das Programm.

Der eigentliche Kongress dauerte von Sonntag bis Mittwoch. Am letzten Tag dann der Höhepunkt: Die Wahl des neuen IHB-Präsidenten, nachdem der bisherige Inhaber, der Amerikaner Leslie A. Roy, der wohl größte Hopfenpflanzer der Welt, aus Altersgründen sein Amt niederlegte. So stimmten alle Nationen Adi Schapfl, bisheriger Stellvertreter Roys, zu ihrem neuen Vorsitzenden. So hat das größte Hopfen-Anbaugebiet der Welt auch den höchsten Rang. Im Gespräch danach erklärte Schapfl, zugleich 2. Bürgermeister Wolnzachs, dass es ihm auch wichtig war, dass dieses Amt in Wolnzach zu Hause ist. Vermutlich wird es lange so bleiben. Herzlichen Glückwunsch!

Das beherrschende Thema des Kongresses ’26 war die Lage am Hopfenmarkt. Es wird weltweit zu viel Hopfen geerntet, weil der Hauptabnehmer, die Brauwirtschaft, stagniert. Vielen Brauern war dies völlig neu. Sie orderten mehr Hopfen als sie benötigten. So sind die Lager beim Handel übervoll. Ins IHB wurden auch der Handel und die Veredler im Laufe der Jahre aufgenommen, so dass die Pflanzer bestens informiert sind. Ein Vertreter eines Handelshauses als Präsident ist freilich undenkbar. Mit Adi Schapfl sind beide Bereiche bestens vertreten. Dass er der Richtige ist, bewies er gleich am ersten Sitzungstag. Der Abend war in der Birkenheide angekündigt. Doch die Wirtsleute hatten ihn einen Abend später eingeplant. Das erfuhr Schapfl erst, als die Musiker in der Birkenheide eintrafen und vor verschlossenen Türen standen.

So rief Schapfl beim Ratzenhofener Biergarten an. Die Zierers sind mit Schapfl befreundet und sagten zu, die vier Busse zu bewirten, das Personal einzuberufen. Die Bühne für die Musik stand schon. Als die Gäste eintrafen, war alles perfekt arrangiert: vom Brotzeitteller bis zu den großen Brezen. Das Wetter spielte bestens mit. Der Biergarten wurde zum besonderen Erlebnis für alle Nicht-Bayern. So fand sich auch ein Tisch mit glücklichen belgischen Hopfenpflanzern, angeführt von Luc de Wulf aus Poperinge. Und es gab noch eine Überraschung: Ministerin Michaela Kaniber war für den Abend fest eingeplant. Doch sie erkrankte am Montag und schickte ihren Amtschef, Hubert Bittlmayer (2. Bild von oben), der sie perfekt vertrat und die Ehrendolde erhielt. Der Blumenstrauß für die Ministerin bekam die Wirtin, der mit ihrem Mann Schapfl nochmals dankte. Ratzenhofen passte gut zum Nachmittagsprogramm: der Besichtigung des Pflückmaschinenmarktführers Wolf in Geisenfeld und der Hofbesichtigung bei den Bachmeiers in Oberpindhart.

Der Dienstag und Mittwoch verliefen ohne Überraschungen. Am Dienstagabend wurde im Hotel gegessen. Da waren sich schon alle Delegierten einig, Adi Schapfl am Mittwoch zum Präsidenten zu küren. Beim Festabend sprach Dr. Erich Lehmair die Eröffnungsrede – alles in Englisch. Danach erhielten die Organisatoren und Organisatorinnen Blumensträuße und großen Dank. Am Applaus der Festgesellschaft war zu erkennen, dass sie voll begeistert von diesem Hopfenkongress war. Alle kamen in Abendkleidern und Anzügen. Leslie A. Roy ließ es sich nicht nehmen, sich gebührend zu verabschieden. Auf der Bühne standen zwei Wolnzacher Musiker: Fritz Winter jun. und seine Schwester Maria Weigel, die hervorragend sang. Die übrigen entstammten vor allem den Eberwein-Dellnhauser-Musikanten. Fritz Winter wandte sich auch zu Beginn in Englisch an die Gäste und erzählte, wie er als Kind bei der Handpflücke mithalf. Solche Details tragen zum Kongress-Erlebnis ungemein bei. Auch Adi Schapfl spricht gutes Englisch und braucht dazu kein Manuskript.

Am Donnerstagmorgen brachen die meisten Gäste nach Tettnang auf, wo sie vom dortigen Hopfenpflanzerverband für zwei Tage betreut wurden. Dort gab es nur Besichtigungen. Nächstes Jahr wird die USA mit dem Kongress an der Reihe sein – weiter mitbetreut von Leslie A. Roy. ek