Die hohen Temperaturen der letzten Tage und die herrschende Niederschlagslosigkeit ermöglichte beste Maifeiern, muss aber auch als Warnung gedeutet werden. Werden wir einen heißen und trockenen Sommer 2026 erleben? Schließlich stehen wir mitten in einem El-Niño-Jahr. Im Gegensatz zu El-Niña des Vorjahres opfmit Niederschlägen im Juni/August und damit einer „normalen“ Hopfenernte, könnte es heuer wie 2018 zugehen. Für den Hopfenmarkt wäre dies in Anbetracht voller Lager und schwacher Nachfrage durch die weltweiten Brauer eine willkommene Entlastung, doch für den einzelnen Hopfenbaubetrieb eine Katastrophe.
Ein Warnzeichen sind halbleere Stauseen in den Alpen. Es schneite und regnete seit Weihnachten viel weniger als in den Vorjahren. Wenn Wetterprognosen für Bayern abgefragt werden, gibt es nur Wahrscheinlichkeiten. Sie liegen bei 60% für einen heißen und trockenen Sommer, gepaart mit Starkregenereignissen und heftigen Gewittern. Das El-Niño-Phänomen drücke sich in Wechselhaftigkeit und Unberechenbarkeit aus. Der Abstand zu den Hauptgebieten im Atlantik bis zu den Tropen sei zu groß, um verlässliche Prognosen abzugeben. Zusätzlich bestimmen andere Effekte unser Wetter wie z. B. die Temperatur der Meere. Diese ist aber erschreckend angestiegen. Die Erderwärmung schreitet viel schneller voran als es die Klimamodelle hergeben. Dementsprechend sind auch die Wettervorhersagen ungenügend. Erstmals seit Menschengedenken ereignet sich in den Niederlanden ein großer Waldbrand.
Waldbrände nehmen stark zu. Sie geben mehr CO₂ an die Atmosphäre ab als die Nachhaltigkeitsziele und ihre Umsetzung verhindern. Damit wird auch klar, dass Holz als Brennstoff sich genauso klimaschädlich auswirkt wie das Verbrennen fossiler Energieträger. Waldschutz bedeutet Klimaschutz und das weltweit.
Andererseits ist die künstliche Bewässerung der Hallertau nicht vorangekommen. Es wurde zwar ein Subventionsempfänger, ein Wasserverband, gegründet, doch konkret stehen keine größeren Wasserspeicher bereit, um heftige Niederschläge aufzufangen. Ebenso wenig ist die Bewässerung aus der Donau umgesetzt. Wenn eine längere Trockenperiode eintritt, sinken auch die Pegelstände der Flüsse und Seen. Bei diesem Konzept wird also zu kurz gesprungen, besonders bei einer steigenden Erderwärmung und den Ansprüchen anderer notorischer Trockengebiete wie z. B. in Franken. Noch dazu sind sehr hohe Investitionen nötig.
Vielleicht sollte das Konzept der Stauseen weiterentwickelt werden. Bei längeren Trockenperioden werden unsere Seen und Weiher für die Wasserversorgung genutzt. Bei Starkregen werden sie wieder aufgefüllt. So müssten nur örtliche Entwässerungen auf die Seen ausgerichtet werden. Natürlich steht damit das Grundwasser wieder in der Diskussion, das derzeit unsere Seen füllt. ek