Die Stände waren allesamt mit Ideen und Aufwand ausgestaltet. Bei der Eröffnung am Freitagnachmittag wurden so manche Details noch hinzugefügt. Der eigentliche Besucherandrang kam erst am Sonntag. Viele verbanden den Gang zur Wahl mit einem Ausklang auf der Messe. Für die Aussteller muss dieser eine Tag den Aufwand rechtfertigen. Dafür bot der Samstagnachmittag viele gute Gespräche mit den Besuchern – sie alle wollten mit den Ausstellern reden, sich etwas zeigen lassen. Im Durchsatz vom Sonntag geht dies unter. Auch die Gastronomie und die Fahrgeschäfte klagten über den Samstag nicht. Karussell und Bungee-Jumping wurden von Kindern und Junggebliebenen durchgehend belegt.
Das herrliche Frühlingswetter mit gleißendem Sonnenschein belohnte den Besuch. In der Tradition der „Wolnzacher Messe“ war dies nicht immer so. Der Aussenbereich lebt besonders vom Wetter. Es stellten sich Urlaubsgefühle ein. Am Samstagnachmittag würdigte Bürgermeister Jens Machold die meisten der Aussteller mit einem Messerundgang, begleitet von Presse und Filmclub. Machold nahm sich bewußt viel Zeit für jeden Stand. Die Schau stahl allen wieder Gartenbau Hofmeier aus Gosseltshausen. Er hatte wie bei jeder Wolnzacher Gewerbeschau einen Garten mit Steineinfassung, Rasen, Brunnen und Lichtern geschaffen: ein wahres Paradies. Gleich wo die Wirtschaftskonjunktur steht, Hofmeier baut es auf. Chapeau! Immer dabei ist auch Textil Haimerl aus Mainburg mit seinem Hopfenbett unter dem Label „Hopart“. Die Verkehrswacht stellte Fahrsimulatoren zur Probefahrt bereit, während im Aussenbereich mutige Besucher einen Aufprall in einem Testfahrzeug erleben konnten. Auch in der Halle war für die Kinder gesorgt: Mit Gesichtsbemalen durch das Team von Natalie Ponsot und einer Hüpfburg.
Es war also an alles gedacht. Dahinter stehen die Organisatoren Klaus und Isi Schuster. Phänomenal, dass sie das vollbringen, wozu der Wolnzacher Gewerbeverband ein ganzes Team braucht – wenn er überhaupt genügend Aussteller zusammenbringt. In 2025 musste er passen. Kurzfristig konnten die Schusters die Messe leider nicht mehr retten. Dafür standen sie 2026 im Wort – und haben es bestens gehalten. Mit einem Bewirtungsstand in der Halle sorgten sie auch für das leibliche Wohl von Besuchern und Ausstellern. So ließen sich die Schusters auch nicht nehmen, die Aussteller am Sonntagmorgen zu einem Weißwurstessen einzuladen. Eine große Geste, die für den Samstag entschädigte. Dabei fehlte es nicht an Werbung: Die Plakate mit „Eintritt frei“ standen überall. Vielleicht gingen sie zwischen den Wahlplakaten etwas unter. Doch mit einem bescheidenen Besuch am Samstagnachmittag hatte der Wolnzacher Gewerbeverband auch zu leben – trotz viel Werbung. Es lief nur gut als es eine Modenschau am Samstag gab.
Aus dem Wolnzacher Gewerbeverband kommt auch noch ein gewisser Boykott der „Holledauer Messe“, quasi als Rechtfertigung, dass es den Wolnzachern nicht gelungen war, dies selbst zu schaffen. Nikolaus Schuster war vor Alfred Hammerschmid selbst Vorsitzender des Wolnzacher Gewerbeverbands. Seine plötzliche Abwahl verstand Schuster nicht. Heute leben und arbeiten die Schusters in Ilmendorf. Doch ihre Liebe zu Wolnzach ist unerschütterlich. Die „Holledauer Messe“ ist der beste Beweis. So wird es auch 2027 wieder eine Messe der Schusters in der Volksfesthalle geben. ek
Foto: Eduard Kastner
