Peter Magyar

April 20, 2026

Das ungarische Volk tanzte in der Wahlnacht, als klar war, dass Viktor Orban die Wahl zum Ministerpräsidenten verloren hatte. Schließlich hatte die Mehrheit der Wähler ihn nicht mehr gewählt. Warum hielt sich die Freude ausserhalb Ungarns in Grenzen? Es war doch bekannt, dass der neue Ministerpräsident Peter Magyar Ungarn wieder in Europa verankern will, die Pressefreiheit und Gewaltentrennung zurückbringen und die Korruption bekämpfen will. Er ist also ein echter Europäer. Wir sollten ganz laut jubeln! Es gelang, das Regime Orban zu beenden. Keine Blockaden mehr gegen die Ukraine und sonstige EU-Beschlüsse.

Natürlich freute sich Brüssel, besonders von der Leyen und Manfred Weber, der Magyar als Europaabgeordneten kennt. Magyar braucht auch Brüssel: Die eingefrorenen 20 Milliarden € sind nötig, um Ungarn wieder regierungs- und handlungsfähig werden zu lassen. Unglaublich, wie heruntergewirtschaftet, ja ausgeplündert dieser Staat dasteht. Für Orban war nichts mehr zu holen. Sicherlich wird er noch einige Charaden versuchen, in besseres Licht zu geraten. Um der Justiz zu entkommen, wird er sehr schnell Ungarn verlassen und wie Assad in russisches Asyl gehen.

Eine fast unmenschliche Aufgabe liegt vor Peter Magyar und seiner Tisza-Bewegung: Die Gefolgsleute Orbans müssen aus den Ämtern entfernt werden – der Rest wird sich auf Magyar einschwören lassen, alle Gesetze müssen wieder auf den Stand vor Orbans Änderungen gebracht werden, eine neue Regierung ohne Erfahrung tritt an, die Wirtschaft muss angekurbelt werden etc. Das gelingt nur mit großer Führung und Helfern aus Europa. Zugleich muss die EU die Chance nutzen, das Einstimmigkeitsprinzip durch eine Zweidrittel-Mehrheit abzulösen. Womöglich hat der slowakische Ministerpräsident Fico den Schuss gehört und schwenkt zurück, weg von Putin, hin zu Europa. Es geht nicht mehr an, dass wir einen indirekten Krieg gegen Putin führen (müssen) und Verräter in den eigenen Reihen dulden (müssen).

Für den Krieg der Ukraine gegen Russland sind die nun freiwerdenden 90 Milliarden € eine sehr große Hilfe. Merz war klug genug, die Aufnahme der Ukraine in die EU zu unterstützen, wenn die Ukraine die Korruption besiegt, der Rechtsstaat durchgreift. Das wird aber erst gelingen, wenn der Krieg beendet ist, weil dann der starke Führer Selenskij auch wegen Korruption zurücktreten muss. Da Putin keinen Friedensschluss will, muss Russland auf dem Schlachtfeld besiegt werden. Mit den richtigen Waffen ist dies möglich. Geld aus Deutschland steht dafür genügend zur Verfügung. Das würde auf Trump großen Eindruck machen. Mit Orban hat auch Trump verloren, wobei Trump einsehen muss, dass es ihm bald selbst so ergeht wie Orban. Die Repräsentantenhaus Wahlen in diesem Jahr werden schon gegen Trump ausgehen. Mit einem stärkeren Kongress wird Trump in die Schranken gewiesen, wie es selbst der Supreme Court vollbrachte. Der Sturz Orbans bedeutet also eine Trendwende in der rechtsradikalen Szene Europas und des Westens. Schon begehrt Meloni gegen Trump auf, riskiert den Bruch mit ihm. Für Leo XIV verwandelten sich die Beschimpfungen Trumps in eine Ehre. Gerade der amerikanische Papst greift Trump an. Nach dem Supreme Court sind Trumps Zölle nichtig. Warum sollte sie noch jemand bezahlen? ek