Zur 100-Jahrfeier der Lufthansa, der größten Airline Europas, streikten Bordpersonal wie Piloten. Für eine Woche mussten fast alle Lufthansa-Flüge abgesagt werden. Schon reiht sich ein weiteres Gespenst dazu: Mangel an Kerosin, dem Flugbenzin, aus dem mangelhaften Nachschub an Erdöl. Seit Wochen blockiert der Iran die Straße von Hormus, läßt nur Schiffe durch, die das eigene Öl exportieren oder zu eigenen Häfen fahren. Dies hat nun die USA auch noch unterbunden, weil die Exporteinnahmen die Kriegskasse der Mullahs füllen. Es hat ein Pokerspiel begonnen, das Trump letztlich verliert. Wenn die Weltwirtschaft unter Öl- sprich Energiemangel leidet, wirkt sich das auf die USA ebenso aus wie auf Deutschland und Europa – obwohl die USA genügend Öl selbst fördern.
Doch diese Ölmengen sind nicht groß genug, die restliche Welt mit zu versorgen. Es fehlt auch an Tankern. Russland kann auch nur zum Teil einspringen, profitiert aber, wodurch die Kriegskasse gegen die Ukraine stärker gefüllt wird. Hätte Russland kein Öl und Gas, wäre das Land viel zu klein, einen Krieg gegen die Ukraine und hybrid gegen die EU zu führen. Wenn der Ölpreis steigt, erfolgt dies weltweit, also auch in den USA. Davon profitieren die Verkäufer, die Ölkonzerne. So steigt auch in den USA die Inflation. Irgendwann wird Trump die Ölkonzerne anweisen, für die USA die Kraftstoffpreise zu senken.
Mit der Dauer des Ausfalls der Öllieferungen aus den Golfstaaten und Irans wird der Zustand der Unterversorgung immer deutlicher. Die Schiffe können nur einmal die Fracht bringen, die aber mehrfach gebraucht wird. Schon machen sich weitere Länder auf, die Straße von Hormus frei zu kämpfen. Doch wenn es die USA mit ihrer starken Marinepräsenz nicht schaffen, wie soll ein deutsches Minenentsorgungsschiff die Lösung sein? Es besteht zwar nicht die Gefahr eines dritten Weltkriegs, aber Trump hat so die Weltgemeinschaft in den Krieg hineingezogen. Dabei ist nicht einmal erwiesen, dass das iranische Atom-Waffenprogramm ausgeschaltet werden konnte. Wird eine Sicherung der Hormus-Passage ohne Besetzung iranischer Gebiete möglich sein? Es kann auch nicht monatelang experimentiert werden: Der Mangel multipliziert sich alle drei Wochen und kann dann viele Monate nicht behoben werden.
Doch zunächst nutzt der Iran seine restliche militärische Potenz, den Reedern so viel Angst einzuflößen, dass sie sich nicht trauen, ihre Schiffe durch die Straße von Hormus fahren zu lassen. Da nützt auch Diplomatie nichts. Fazit: Das Mullah-Regime muss „weggesprengt“ werden, was auch die Israelis verfolgen. Wir können uns auf weitere Wochen des eskalierten Kriegs gegen den Iran einstellen. Zugleich wird deutlich, wie abhängig die Welt von Öl und Gas ist. Und jede Tonne Öl, die verbrannt/gebraucht wird, steigert das CO2 in der Atmosphäre, erhöht die Klimakrise. Das Iranproblem wird in Wochen beseitigt sein, aber den Krieg gegen die Verbrennung von Öl führen nur wenige – er wird für die Menschheit viel größere Probleme bringen. Die Folgen des Temperaturanstiegs auf über 4 Grad sind hinreichend bekannt. Es muss also große Lösungen geben, das Öl aus dem Boden zu ersetzen. KATAN ist so eine: Es kann weltweit aus pflanzlichen Abfällen – sprich von Forst- und Landwirtschaft – so viel Kraftstoff gewonnen werden, wie wir heute und in Zukunft brauchen. Er ist dann CO2-neutral und kann noch dazu billiger gewonnen werden – für unbegrenzte Zukunft.
Es bedarf einer Weltmacht, dieses KATAN gegen die erdölerzeugenden Länder durchzusetzen. Trump sieht das nicht ein. Er leugnet den Klimawandel. Der Irankrieg sollte uns eine Lehre sein, auch in Hinblick, was im Kampf um das Klima noch alles zu leisten ist. Zur Klimarettung dürfte die Straße von Hormus überhaupt nicht mehr Tanker durchlassen, wie die Golfstaaten selbst an KATAN benötigen. ek