Weltbierausstoß rückläufig

Dezember 22, 2025

Die Brauwelt steht vor einem Rätsel: Jahrelang gab es für den weltweiten Bierausstoß ein stetes Wachstum. Doch seit 2024 fällt er, zwar nur langsam (1,9 %), aber doch trotz Bevölkerungswachstums und Welterwärmung. Für 2025 wird gar ein Rückgang von 3 % erwartet. Selbst das Welt-Bruttosozialprodukt steigt jedes Jahr an. In Deutschland sank der Pro-Kopf-Bierkonsum von 130 auf 80 Liter binnen 60 Jahren und wird weiter zurück gehen. Dafür gibt es seit Jahren viele Erklärungen: Gesundheitsbewusstsein, Abkehr von Alkoholgenuss, Verbot von Alkohol im Straßenverkehr, rückläufige Gastronomie, hohe Bierpreise auf Volksfesten, bewussterer Lebensstil, Schlankheitsziele etc. In Europa wird für 2025 ein Minus von 7 % in Deutschland, Tschechien und Ungarn vorhergesagt. Schon gibt es die Schlagzeile: Die Welt trinkt sich abstinent.

Die großen Braukonzerne stellen sich auf diesen Trend ein. Durch Aufkäufe halten sie ihr Volumen im Unternehmen. Für den Hopfenhandel zählt freilich das Gesamtvolumen pro Nation. So wird das Aufkaufvolumen über die Vertragsgestaltung angepasst. Am Ende trifft es den Pflanzer, insbesonders in den Hauptanbaugebieten USA und Hallertau. Auch wenn Brauerbund-Geschäftsführer Walter König ein Plädoyer für das Bier als Kulturgut in Bayern hält, das die Gemeinschaft stärkt – Bayern ist zu klein, um die Anbauflächen zu stützen. In den USA ist der Ausstoß an Craftbieren rückläufig. Der Craftbier-Hype ist vorbei. Das lässt die Anbauflächen der USA umso mehr schrumpfen.

Die bayerische Brauwirtschaft kann der Bierexport immer noch steigern, wodurch die bayerischen Brauer ihren Ausstoß sogar leicht steigern können. Hinzu kommt der deutliche Anstieg an Mineralwasser, das viele Brauer ebenfalls im Sortiment führen. Das alkoholfreie Bier wächst ebenfalls deutlich: Der Ausstoß liegt bereits bei 10 % in Bayern, ebenso Biermischgetränke wie das Radler. Das bestärkt die oben genannten Erklärungen für den Rückgang des alkoholhaltigen Biers. Der Zuwachs des alkoholfreien Biers kann den Rückgang des alkoholhaltigen Biers nicht kompensieren. Die Bierstatistik stellt auf die Biersteuer ab. Alkoholfreies Bier ist von ihr befreit. Es fällt auch schwer, im Plädoyer für das Bier, das alkoholfreie miteinzubeziehen. Dabei gibt es mittlerweile viele Konsumenten, die konsequent nur alkoholfreies Bier trinken. Abstinenz als Lebensprinzip.

Wird es eventuell Mischgetränke geben, in denen alkoholisches und alkoholfreies Bier gemischt werden? Oder geht der Trend zu leichten Bieren mit weniger Stammwürze? Das kann noch nicht festgestellt werden. Nur beim Weizenbier kommt das leichte dem nahezu alkoholfreiem sehr nahe und verzeichnet einen guten Marktanteil. Aber vielleicht kommt doch noch die Kreativität des Braumeisters hinzu, leichten Bieren mehr Geschmack zu geben? Dann wären wir wieder bei höheren Hopfengaben. Leichte Biere müssen nicht dünn schmecken.

Beim Weltbierkonsum kommen die Demografen der einzelnen Länder hinzu. Die Nationen mit hohem Bierkonsum schrumpfen, während das Bevölkerungswachstum in Asien und Afrika stattfindet, wo eher geringe Hopfengaben die Biere kennzeichnen. Doch in Afrika herrschen meist Biere vor, die dem Geschmack von Weihenstephan entsprechen, wo die Brauer weltweit ihr Handwerk erlernen. Afrika wird ein starkes Bevölkerungswachstum vorhergesagt, wenn der Klimawandel gestoppt werden könnte. ek