Prof. Dr. Thomas Fischer von der Uni Köln zählt zu den besten Kennern Bayerns während der Römerzeit, sprich bis 450 n.Chr. Wie es der Zufall so will, trägt er seinen Ruhestand in Mainburg aus, also in bester Nähe zum Kelten-Römer-Museum Manching. Damit wird „Tom“, wie ihn Museumsleiter Tobias Esch bezeichnet, zum Glücksfall für Vorträge zur Sonderausstellung des Museums „Roms Armee im Feld. Marsch – Lager – Versorgung“. Sein letzter Vortrag vor Ort ging auf die Landwirtschaft unter römischer Besetzung ein. Sie diente der Versorgung der Soldaten, aber auch des Begleitpersonals. Nach Prof. Fischer sorgte ein Drittel der Bevölkerung volkswirtschaftlich für die Ernährung der Gesamtpopulation. Die Armee war auch für den Straßenbau zuständig. Die Gutshöfe werden heute als „Villen“ beschrieben. So ging Prof. Fischer auf sie in seinem Vortrag ausführlich ein. Nach einem Germaneneinfall um 250 n.Chr. verschwanden sie größtenteils. Die Nahrung musste danach aus Italien importiert werden. Doch das Ende des Römischen Reichs stand eh schon bevor. Interessant aus der neusten Forschung: Germanen sorgten für ein Ende der Kelten in Bayern. Sie drangen 80 v. Chr. ein und zerstörten Manching und die ganze umliegende Infrastruktur. Die Römer fanden bei ihrem Einzug ein fast menschenleeres Bayern vor. ek
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