Der Markt lud am Dienstag die Hauseigentümer ein, die noch nicht an die Fernwärme angeschlossen sind, aber in Frage kommen. Dabei wurde das zu überplanende Gebiet im Markt dargestellt. Sehr viele folgten der Einladung. Bürgermeister Simon Zimmermann begrüßte sie und ließ dann zwei Experten über den Ablauf des Projekts referieren. So werden alle Eigentümer gebeten, sich zu äußern, ob sie einen Fernwärmeanschluss wünschen. Zwischenzeitlich sollen in einer BEW-Machbarkeitsstudie die technischen, wirtschaftlichen und förder-rechtlichen Voraussetzungen zur Umsetzung des Wärmenetzes ermittelt werden. Wenn hinreichend viele Eigentümer in einer Straße die Fernwärme wünschen (Entscheidung bis Ende 2027), wird die bautechnische Einbringung geplant und werden Förderungen beantragt. Ab 2029 soll dann die Umsetzung erfolgen.
An vier Info-Punkten konnten dann die Eigentümer mit Experten alle Fragen durchgehen. So wurde der Abrechnungsmodus erklärt. Jedes Haus erhält eine Wärmeübergabestation. Über einen Wärmetauscher gelangt die Fernwärme in den Wasserkreislauf des Heizungssystems des Abnehmers. Die alte Heizung wird dann überflüssig. Während die Wärmeleitungen bis zum Grundstück vom Markt Wolnzach getragen werden, richtet sich der Hausanschluss nach den individuellen Gegebenheiten. Ähnliches erlebten die Eigentümer beim Glasfaseranschluss. Der Heizungsanschlulss dauert allerdings länger.
Als Wärmequellen sollen die Abwärme der Kläranlage, eines Biogas-Heizkraftwerkes und eine Hackschnitzelanlage in Einsatz kommen. Sollte das Rechenzentrum in der Schlagenhauser Mühle in Betrieb gehen, stünde CO2-neutrale und sehr günstige Energie aus der Kühlung der Rechner zur Verfügung. Die Abrechnung setzt sich aus einem fixen Grundpreis für den Anschuss, einem Messpreis (Messung und Abrechnung des Verbrauchs) und einem Arbeitspreis (Kosten der tatsächlich genutzten Wärme) zusammen. Wer noch Fragen hat, kann sich an die Gemeinde wenden, die dann an die Fachfirma zur Beantwortung weitergeleitet werden. Übrigens taucht dort ein alter Bekannter auf: Peter Haas.
Die Gemeinde ist verpflichtet, eine Gesamt-Wärmestudie abzulegen. An Förderungen werden 50 % der Kosten der Machbarkeitsstudie und 40 % der Baukosten gewährt, was den Grundpreis entsprechend senkt. Letztlich soll damit die Energiewende vorangebracht werden. In der Preysingstraße wurde die Fernwärme vor rund 25 Jahren verlegt, so dass hinreichend Erfahrungen im Markt bestehen. ek
Foto: Eduard Kastner
