Eigentlich gelten die Olympischen Spiele als größtes Sportereignis der Welt. Doch eine Fußball-Weltmeisterschaft übertrifft dies bei weitem. Da werden von jeder Nation die Flaggen herausgeholt und an Zäune, Autos und Fassaden angebracht. Jeder versteht diese Zierde. Es ist ein gesunder Nationalismus, auf Augenhöhe mit allen anderen Nationen, ein Wettbewerb, bei dem alle miteifern dürfen. Zu Public Viewing kommen viele Zuschauer in Fußball-Trikots. Es geht hoch her. Dieses Erlebnis Fußball gibt es ohne teure Eintrittskarten. In Wolnzach können sogar die Spiele der deutschen Nationalmannschaft aus den Becken des Schwimmbads verfolgt werden. Das passt zu den hohen Temperaturen.
König Fußball regiert die Welt. Die so umstrittene Fifa achtet aber auf die Einhaltung der Regeln. So geht es vorbildlich diszipliniert bei den Übertragungen zu. Alle Spieler werden geachtet, gleich welche Hautfarbe sie tragen. Niederlagen werden weggesteckt. Wäre dies nicht ein Modell, alle Probleme dieser Welt so auszutragen? Eigentlich müssten wie im antiken Olympia während der WM die Waffen ruhen. Schließlich spielen die Mannschaften der USA und des Irans mit. Aber so weit reicht die Macht der Fifa nicht. Solche Gedanken seien aber erlaubt.
Der Patriotismus steht und fällt aber mit den Erfolgen der eigenen Nationalmannschaft. Natürlich wird immer gehofft, an frühere Weltmeisterschaften anzuschließen. Doch ist dies realistisch? Wir haben immerhin die Vorrunde geschafft, sogar als Gruppenbester, was weitere Vorteile bei den Gegnern der K.O.-Runden verheißt. Doch welche sind für uns leichte Gegner? Das Spiel gegen Ecuador hat gezeigt, dass selbst kleine Länder schon stärker sind, vor allem, weil sie einen anderen Fußball spielen als in der Bundesliga. Zudem fehlt uns ein herausragender Trainer wie ihn z. B. die Japaner aufweisen.
Doch im Fußball spielt immer der Zufall herein. Ohne ihn wären wir noch nie Weltmeister geworden. Ob der Ball ins Tor geht, bleibt immer noch ein menschliches Geheimnis. Dieses Quäntchen Glück fehlte gegen Ecuador, hatten wir aber gegen die Elfenbeinküste. Früher bestand die Nationalmannschaft aus einem Kern des FC Bayern. Diese Spieler sorgten für das Gerüst des Zusammenspiels, das der Sturm zum Erfolg braucht. Derzeit ist diese Achse zu schwach. Ziel muss es aber immer noch sein, in den K.O.-Spielen so weit wie möglich zu kommen. ek