Trumps Abkommen

Juni 22, 2026

Letzten Dienstag wurde es endlich den G7-Politikern und der Öffentlichkeit vorgestellt: Die Einigung der USA mit dem Iran auf eine Waffenruhe, die sofortige Öffnung der Straße von Hormus und die Zielpunkte der weiteren Verhandlungen. Doch schnell stockte der Normalisierungsprozess in der Straße von Hormus, da sich die Hisbollah und Israel unverändert weiter bekämpften. Am Freitag gab es dort nun auch einen offiziellen Waffenstillstand, der aber nicht eingehalten wird. So steht die Passage durch die Meerenge von Hormus auf sehr wackeligen Beinen. Schnell bildete sich in der westlichen Welt ein Urteil zu dem Abkommen: Es fällt vernichtend für Präsident Trump aus. Eine Zeitung schrieb gar, dass Trump der Text gar nicht interessiere.

Das frühere Abkommen zwischen den USA und Iran, das Trump kündigte, deckt sich nun mit dem neuen Abkommen. Doch es besteht noch Hoffnung: Die Verhandlungen beginnen erst. Die harsche Kritik wird am Ego Trumps kratzen. Er will nie ein Verlierer sein. So können wir uns darauf einstellen, dass die Verhandlungen nicht in zwei Monaten abgeschlossen sein werden und mit Waffen und Meerenge weiter gepokert wird. Für die Weltwirtschaft bedeutet dies weiterhin Unsicherheit. Sollen nun deutsche Fregatten und britische wie französische Kriegsschiffe in die Meerenge von Hormus einlaufen?

Diese Verstärkung des Westens spielt Trump in die Karten. Die Eintracht von Evian im G7 verwunderte alle. Tatsächlich brachte das Treffen die westlichen Regierungen wieder näher zusammen. Trump wurde von den Regierungschefs als Sieger der Verhandlungen gefeiert. Sie wissen mittlerweile, wie sie den selbstverliebten Rowdy zu nehmen haben. Leider bringt die Präsenz deutscher, britischer und französischer Marine vor Iran auch die Gefahr weiterer Eskalationen des Konflikts mit sich. Aber bleibt uns eine andere Wahl, um den Welthandel wieder zu beleben?

Zwischen Trump und Netanjahu funkte es bereits kräftig. Die Israelis fühlen sich stärker als die Amerikaner, weil sie das „Weltkapital“ der USA hinter sich wissen. Vor dem muss Trump kuschen – sein Schwiegersohn läßt ihn das auch wissen. Für die Israelis geht es um das Ende des iranischen Atomprogramms und die Zerstörung der Hisbollah. Solange diese zwei Punkte nicht erreicht sind, wird der Konflikt kein Ende finden. Das kann also viele Jahre dauern. Vielleicht versteht dies die amerikanische Seite, um die Verhandlungen härter zu führen. Doch der Iran ist ein sehr geschickter und ausdauernder Verhandlungsgegner. Wird er sich den jetzigen Erfolg noch nehmen lassen?

Die USA haben zwei Trümpfe ausgespielt: Die vor dem Krieg schon bestandenen Sanktionen werden aufgehoben und der Iran bekommt rund 300 Mrd. Dollar für den Wiederaufbau nach der Zerstörung durch die US-Streitkräfte. Davon werden die korrupten Machthaber, die Mullahs, viel abbekommen. Dennoch wird die Aufgabe des Atomprogramms nur als Absichtserklärung im Endvertrag stehen. Die hochangereicherten Uranbestände werden sicherlich entsorgt werden. Doch der Iran hat immer behauptet, keine Atombombe bauen zu wollen – und dieses hochangereicherte Material, das für die zivile Nutzung nicht nötig ist, löste 5 vor 12 den Irankrieg aus. Israel ist sich sicher, dass der Iran diese Bombe gegen Israel zünden wird. Einen anderen Grund gibt es nicht für das Atomprogramm des Irans.

Nach einem Endabkommen wird der Iran wieder hoch anreichern, die Israelis den Libanon weiter dem Erdboden gleich bomben nach dem Muster der Zerstörung Gazas, um die Hamas zu entmachten. Es wird also keinen Frieden in Nahost geben. Doch Trump ist kriegsmüde. Die Schäden aus der Blockade der Hormus-Meerenge schätzte er zu gering ein, ebenso wie die Wehrhaftigkeit der Iraner. Leider springt für das unterdrückte iranische Volk gar nichts heraus. Die Mullahs wurden durch den Krieg mächtiger. Wie hätte dieser Krieg anders geführt werden müssen, um das Mullah-Regime zu stürzen? ek