Das Ortsbild verbessern

Juni 01, 2026

Dem neuen Bürgermeister fällt ein besonderes Geschenk in den Schoß: Die Eigentümer des ehemaligen Merkl-Hauses neben der Kirche haben mit der Renovierung begonnen. So verschwindet ein Schandfleck am zentralen Marktplatz. Es bleibt das unscheinbare leerstehende Gebäude neben der Volksbank. Doch es ist das älteste im Zentrum und trägt einen Dachstuhl aus dem 17. Jahrhundert. Eine Herausforderung für Architekten, die sich auf denkmalgeschützte Häuser spezialisiert haben. Eine passende Nutzung findet sich alleweil. Am Ende der Preysingstraße wird ein Großbauprojekt endlich verwirklicht. Es entsteht ein würdiger Eintritt in die Hauptgeschäftsstraße des Marktes. So bleibt nur noch das ehemalige Grillmeier-Schuhgeschäft als dringender Sanierungsfall. Wäre dort nicht ein Neubau für das „Händemuseum“ ideal? Der Parkplatz daneben ist doch ideal.

So verschwinden störende Leerstände. Das kommt den Geschäften in der Umgebung zugute. Sie putzen sich dann besser heraus. Eigentlich hat es Wolnzach einfach: Das Zentrum bis zum Hopfenmuseum und der Schloßstraße zusammen mit der Preysingstraße sind der Ortskern. Genau diese Fläche werden an den Tagen der offenen Türen abgesperrt und verwandeln sich in eine Fußgängerzone. Dem ist selbst der Christkindlmarkt gefolgt. Auch Lauf10!, der Kindertag, das Weinfest und der Nachfolger des Wirtefestes passen da hinein. Und Wolnzach kann feiern.

Natürlich bleibt in der langen Preysingstraße noch viel Gestaltungsraum. Das liegt aber bei den Hauseigentümern. Mit der Weihnachtsbeleuchtung bekommen alle Gebäude einen feierlichen Rahmen. Wäre mit Licht nicht auch über das ganze Jahr ein starker Gestaltungsfaktor gegeben? Immerhin wird die Pfarrkirche wie selbstverständlich angestrahlt. Vielleicht kehren unsere Gemeinderäte und Marktverschönerer aus Poperinge mit der Idee des Hopfenschmucks im Zentrum zurück. Die Hopfenreben würden wie die Weihnachtsbeleuchtung von Haus zu Haus gespannt. Dann würde Wolnzach auch optisch zur Hopfenmetropole. Dem Einzelhandel und der Gastronomie käme dieses Alleinstehungsmerkmal in Deutschland sehr zugute. Es muss unser Ziel sein, Wolnzach zum Ausgehort der ganzen Hallertau werden zu lassen. Schließlich haben wir das einzige Kino der Hallertau – und das öffnet nur abends.

Vielleicht finden es Omnibusse, die von München nach Frankfurt Touristen befördern, es wert, einen kleinen Umweg über Wolnzach zu nehmen? Wir sollten origineller werden. Wo Leute hinkommen, wird auch Geld ausgegeben. Noch sind wir grenzlastig bei vielen Unternehmen. Würden die Umsätze um 10 % steigen, hätte das Jammern der Kaufleute und Wirte ein Ende. Die Mehrwertsteuersenkung von 19 auf 7 % lässt Wirte überleben. Preise können so stabil gehalten werden. Mit der Liebe zum Ort finden wir auch neue Unternehmer, die Innovationen mitbringen. Das beflügelt wieder die anderen Geschäfte. So wartet viel auf Simon Zimmermann und seine Mitstreiter. Es steckt darin aber auch eine große Chance. Nicht zuletzt auch, die Jugend mitzunehmen bzw. im Ort zu halten. ek