Nach 10 Kilometern Lauf mit einem gefürchteten Anstieg (die „Wolnzacher Wand“) ist jeder überglücklich im Ziel einzulaufen. Dieses Gefühl des Sieges begleitet den Läufer bis in die Nacht. Er wird an den Ständen mit Obst und Drinks gratis versorgt. Dann warten am Markt- und Marienplatz Vereine und Wirte auf ihn, um ihn und seine Begleiter ein regelrechtes Volksfest zu bieten. Von einer extra errichteten Bühne spielte die 7-köpfige Högl-Fun-Band (wie letztes Jahr) bis tief in die Nacht. Sieger-Party! Und sehr geschätzt: Bänke zum Sitzen – so viel das Marktzentrum aufnehmen und die Augustiner Brauerei liefern konnte. Sie wurden alle gebraucht. Lauf10! unterhielt so viele Gäste wie Weinfest und Sommernacht-Wirtefest zusammen. Gepaart mit dem Hochsommer-Wetter erlebte Wolnzach am Samstag seine größte Party. Dieses Jahr blieb das Wetter stabil. Selbst der Biergarten der „Post“ war ausgebucht bis auf den letzten Tisch. Ein Gewinn auch für die Wirte und Vereine.
Schon beim Lauf wurde ein leichter Wind als sehr angenehm geschätzt. So schlugen die 35 Grad Hitze nicht durch. Es gab keine Vorfälle. Lediglich im Ziel mussten die zahlreichen Sanitäter wenige Erschöpfte betreuen. Sie waren an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit und ihres Kreislaufs geraten. Nach ein paar Minuten waren sie wieder fit. Gerade im hinteren Feld, bei den später Eingetroffenen, war die Anstrengung einigen ins Gesicht geschrieben. Doch viele kamen in Gruppen und wurden im Siegestaumel mitgerissen. Eine davon war aus Graz angereist und trug „Puntigamer“-T-Shirts. Erstaunlich viele Teilnehmer zeigten sich in T-Shirts von Waltron, Altmann und anderen Wolnzacher Firmen, neben den Vereinstrikots. Tonelli ließ ein eigenes anfertigen.
Die Teilnehmer kamen aus ganz Bayern, aber auch aus Stuttgart. Meiler feierte jede Gruppe. Das Publikum ging begeistert mit. Es herrschte Festtagsstimmung im Ziel. Der Aufbau und die Absicherung der Laufstrecke gingen völlig routiniert über die Bühne, obwohl die Baustellen einige Änderungen abverlangten. Die Absperr-Hektik der Vorjahre war völlig verflogen. Die Deutsche Presseagentur sandte ihren Starfotografen Felix Hörhager, der bis spät in den Abend über 300 faszinierende Fotos von der Laufstrecke und im Ziel versandte. Der BR schätzt die Hallertau als Kulisse sehr. Es ist unstreitig, dass der Lauf10! nächstes Jahr wieder in Wolnzach abgehalten wird. Die über 500 ehrenamtlichen Helfer sind bestens eingespielt und die Sendungen zum Lauf band über 30.000 potentielle Läufer mit ein. Seine Popularität ist ungebrochen. Auch die TU München unterstützt den Lauf 10! weiter. Doch einer fehlte am Samstag: Altbürgermeister Jens Machold. Er begründete den Lauf10! für Wolnzach. Seine Frau arbeitet beim BR. Noch dazu feierte Machold am Samstag seinen 60. Geburtstag. Doch er verbrachte ihn am Chiemsee, um dem Rummel und ein wenig Wehmut beim Lauf10! zu entgehen. ek
Foto: Eduard Kastner
