Deutschland kann!

Februar 25, 2025

Auch wenn die Bundesrepublik derzeit kein Wachstum des Bruttosozialprodukts vermelden kann, ja das Wirtschaftsvolumen in den letzten 10 Jahren stagnierte, so ist es falsch, von einem Niedergang der deutschen Wirtschaft zu sprechen. Die Neue Züricher Zeitung nimmt diesen Standpunkt ein und ergänzt, dass Deutschland dafür einen Kulturkampf führt wie z.B. die Diskussion über die Straßenbild-Äußerungen des Bundeskanzlers. Es darf nicht alles vermischt werden. Tatsächlich wartet die deutsche Wirtschaft auf die geplanten großen Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung oder die angekündigten Reformen. Doch die deutschen Unternehmen halten viele Innovationen vor, sind gut geführt und könnten viel mehr leisten. Wenn wir zurückblicken, sollten wir auch die vielen Schwierigkeiten sehen, die die deutsche Wirtschaft  in den letzten fünf Jahren zu meistern hatte.

Derzeit belasten noch die Tump’schen Zölle den deutschen Export. Letzte Woche legte Siemens ein Rekordergebnis vor, auch die Allianz verdient mächtig. Natürlich sind dies weltweite Erträge, aber unter deutscher Führung. Die Wirtschaft belasten immer noch Unwägbarkeiten wie z.B. ob das Verbrenner-Aus fällt bzw. unter welchen Bedienungen. In Rekordzeit holte die deutsche Automobilindustrie die Elektromobilität auf und kann inzwischen mit Tesla mithalten. Dass in China ein viel niedrigeres Lohnniveau herrscht und die E-Autos noch dazu vom Staat für den Export subventioniert werden, spricht nicht gegen deutsche Leistungsfähigkeit. VW und Co. produzieren auch in China.

Was zählt sind Innovationen und Anpassungsfähigkeit. Deutschland nimmt umgerechnet auf die Bevölkerungszahl den Spitzenplatz bei Patenten ein. Auch die Ausbildung in Deutschland ist sehr gut. Start-ups sind stark im Kommen. Meist sind es zu geringe Finanzierungsmöglichkeiten, das Fehlen von Risk-Kapital, die dann die Umsetzung vieler guter Ideen ins Ausland verlagern. Deutschland wird bei KI, der neuen Softwarewelle, mithalten. Zwar sind die US-Techkonzerne uns in der Grundentwicklung voraus, doch viele Ideen zur KI stammen aus Deutschland. Dass nun Google & Co. viele Milliarden in Deutschland und besonders in Bayern investieren, spricht doch für unseren Standort. Bei den Exporten verhält es sich wie bei den Patenten: Die USA und China sind nun mal viel größer und trotzdem stehen wir im Spitzenfeld. In Europa führen wir alle an.

Zugegeben, die Industrie wandert aus Deutschland ab. Doch dies hatten wir schon die letzten 50 Jahre. Wir bezeichneten es immer als Produktionsverlagerung in Billigländer. Die deutschen Unternehmen bleiben der Arbeitgeber. Aus der Automobilindustrie kennen wir das bestens. Diese Unternehmen finden sich bestens auf den Weltmärkten zurecht. Von der Globalisierung und der europäischen Einigung profitierten die deutschen Unternehmen in der stärksten Weise. Gegenüber Japan haben wir aufgeholt. Wir klagen über sehr hohe Energiekosten. Doch regenerative Energien sind nun mal teurer als Atomkraft oder Kohlestrom. In der Klima- und Umwelttechnik führt Deutschland dafür. Hier besteht noch ein sehr großes Wachstumspotential aus dem Klimawandel.

Sicherlich ist Bürokratie ein deutsches Grundübel. Wir werden aber schnell erkennen, dass wir die Gesetze nicht immer übererfüllen müssen. Es kommt auf die große Linie an. Ja, wir müssen die Staatsverwaltung abbauen und wieder auf Wettbewerb und Eigenverantwortung setzen. Diese Einsicht ist in der deutschen Politik eingetroffen, wenngleich noch lange nicht umgesetzt. Es braucht also Moratorien, das Durchwinken von schnellen Lösungen, also Pragmatik. Der drohende Krieg durch Putin weckt uns gerade auf. Und siehe da, unsere Verteidigungsindustrie zaubert Lösungen aus dem Ärmel, die wir nicht erwartet haben. Bald werden wir die nötige Abschreckung aus der Technik erreichen. Das Geld dazu ist da. Wo ist da ein Abstieg Deutschlands auszumachen? Nein, Deutschland kann! ek