Das Wirken der Gewerbeverbände

März 31, 2025

Letzten Mittwoch lud der Wirtschaftsbeirat Pfaffenhofen die Gewerbeverbände des Landkreises ins Vohburger Rathaus zur Jahresversammlung.  Wegen des Champion-League-Spiels blieb die Beteiligung auf vier Orte beschränkt. Doch Einladender Peter Heizlmair ließ sich nicht aus dem Konzept bringen. Die Ortsverbände sollen von den anderen lernen, insbesondere Aktionen hinzukommen, die bei anderen gut laufen. Voraus gingen Statements der Stadt Vohburg und von 2. Landrat Karl Huber zur Wirtschaftsförderung und wie auf die Anliegen der Gewerbetreibenden eingegangen werden sollte. Denn die Probleme des örtlichen Gewerbes sind seit Corona größer geworden. Neben wirtschaftlichen Faktoren wie z.B. einem starkem Online-Handel kommen auch vermehrt Bürokratielasten hinzu, die viel Zeit binden.

So ergab sich ein langer Gedankenaustausch zwischen Politik/Verwaltung und den Gewerbetreibenden. Es seien Gewerbegebiete bereit zu stellen, wobei auch kleine Unternehmen mit relativ geringem Grundbedarf zum Zuge kommen sollen. Längst hat auch die Wirtschaftsstagnation den kleineren Mittelstand erfasst. So wäre es an der Zeit umzudenken: die Behörden sollen sich bemühen, die Projekte der Wirtschaft zu ermöglichen und nicht nur mit einer Armada an Vorschriften, die sich zum Teil noch gegenseitig blockieren, zu verhindern. Es muss das politische Durchwinken wieder einkehren. Die Risiken für Bürgermeister und Landräte müssen pragmatisch eingeschränkt werden. Wir leben in einer Überregulierung. Es sind zu viele Beamte nötig, um die Gesetze zu kontrollieren. Das hat mittlerweile auch die EU erkannt. Huber: „Es wäre gut, wenn aus Soll-Vorschriften Kann-Vorschriften würden“. Dann wäre klar, wohin der Gesetzgeber strebt, aber die Umsetzung vor Ort kann pragmatisch erfolgen, also das Erreichbare in Anbetracht der Möglichkeiten.

Beim Vergleich der Gewerbeverbände untereinander kamen wieder viele Unterschiede zutage. So steht Wolnzach mit vier Tagen der Offenen Türe, Kindertag, Illumination, Beteiligung am Christkindlmarkt und Stiefel-Aktion zu Weihnachten vorbildlich bei den Aktionen da. Es sollen auch alle erhalten bleiben. Alfred Hammerschmid schilderte, wie die Wolnzacher Messe nicht mehr gerettet werden konnte. So geht es mittlerweile allen Gewerbeverbänden. Lediglich die privat organisierte Gewerbeschau in Oberstimm floriert. Gehört der privaten Messe die Zukunft? Wenn die Bewerbung der Teilnehmer zur unternehmerischen Leistung aufsteigt, ist das sicherlich der Fall. Im Ehrenamt ist das nicht mehr möglich.

Vohburg glänzt durch eine starke Präsenz in den sozialen Medien. Die Formen der Werbung hätten sich von Printprodukten wie Anzeigenblättern und Zeitungen ins Netz verlagert. Der Kunde muss dort gewonnen werden, wo es sich aufhält. Doch Vohburg verteilt auch weiterhin ein Stadtmagazin. In Wolnzach hat „85283“ die Verteilung und Produktion eingestellt. Dabei ist die Kommunikation in einem Ort nicht zu vernachlässigen. Sobald die direkte Ansprache eines jeden Bürgers durch die Politik unterbleibt, fängt die AfD jeden Unmut der Bürger ein und nutzt ihn für sich. Heinzlmair schilderte, wie das 2. Gewerbegebiet am Kuglhof scheiterte. Die Bürger konnten nicht mitgenommen werden. Mittlerweile weiß die Stadt Pfaffenhofen eine Alternative an der geplanten Umgehungsstraße. Zum Schluss schilderten zwei Vertreter der „Aktivsenioren“, wie sie vielen Unternehmen helfen. Sie bedauerten, dass ihr Wirken so wenig bekannt sei. Mit Vorträgen in den Ortsverbänden bei Jahreshauptversammlungen und evtl. Stammtischen soll dies angegangen werden. ek

Foto: bertholdbrodersen / pixabay