Wolnzach hat im 1. Wahldurchgang entschieden. Der bisherige Amtsinhaber Jens Machold „CSU) bekam nur 17,2 % aller Stimmen. In die Stichwahl um den nächsten Wolnzacher Bürgermeister ziehen Simon Zimmermann (Freie Wähler) (35,7 %) und Josef Schäch (GfW) (32,5 %) ein. Tanja Maier bekam 9,9 %. Der 5. Kandidat Fabian Röhrich (FDP) erhielt nur 4,7 % trotz eines starken Wahlkampfs.
Auf Landkreisebene setzte sich Amtsinhaber Albert Gürtner (FW) gegenüber Herausforderer Andreas Aichele (CSU) durch (34 % zu 32,4 %). In der Stichwahl werden SPD, Linke und Grüne-Wähler Gürtner eher unterstützen als die CSU. Gürtner will in den nächsten zwei Wochen noch einen starken Wahlkampf führen. Landkreisweit lag die Wahlbeteiligung nur bei 65,9 %, während in Wolnzach 72,4 % aller Wähler abstimmten. Bei den Stichwahlen wird mit einer ähnlich hohen Beteiligung gerechnet.
Auf der Homepage des Marktes Wolnzach stehen auf der Titelseite zur Wahl andere Zahlen. Sie können auch nicht die Prozente für die Parteien in der Gemeinderatswahl sein. So warten wir noch auf diese Zahlen und die Liste der Gemeinderäte, die gewählt wurden. Über Koalitionen wird sicherlich erst nach der Stichwahl entschieden. Daraus ergeben sich dann die 2. und 3. Bürgermeister.
Die AfD ernannte zwar einen Landratskandidaten, Thomas Schwarz der immerhin das 3. Beste Ergebnis (12,1 %) einfuhr, vor Markus Käser (SPD) mit 10,1 %, doch insgesamt spielt die AfD im Landkreis keine wichtige Rolle. Für Schwarz dürften Protestwähler gestimmt haben. Insgesamt gilt dies für ganz Bayern, was Ministerpräsident Markus Söder als „in Bayern ist die Welt noch in Ordnung“ kommentiert. Interessant: Für den Kreistag waren nur 18,7 % der Wähler bereit, ihre Stimme abzugeben. War der Stimmzettel zu mühsam oder gab es viele ungültige Stimmen, weil die Gesamtstimmzahl überschritten wurde? Nur so kam die AfD wegen ihrer engagierten Protestwähler auf 21,4 %. In der Landeshauptstadt München hat OB Dieter Reiter einen klaren Dämpfer hinnehmen müssen wegen seiner Bezüge vom FC Bayern. In der Stichwahl wird er sich aber gegen den jungen Herausforderer Dominik Krause (Grüne) durchsetzen. Clemens Baumgärtner (CSU) landete weit abgeschlagen, was aus seinen missglückten Plakaten absehbar war. Dafür schaffte es erwartungsgemäß Wolfgang Heubrich (FDP) in den Stadtrat. Die Qualität der Plakate ist also wahlentscheidend. Muss sich Bürgermeister Jens Machold nachsagen lassen, dass er bei den „Woiza-Plakaten“ aufs falsche Pferd gesetzt hat? Als Amtsinhaber mit hohem Bekanntheitsgrad dürfte dies nicht so entscheidend sein. Es müssen sich also reale Gründe aus der Analyse ergeben.
Poperinge ist über die von Machold entsetzt. Christoph Dejaegher hatte es doch wiederholt geschafft, sich als Oberhaupt der Patenstadt durchzusetzen. Auch dort sind die Verhältnisse viel komplizierter als früher. Überall wird aber der Amtsbonus hochgehalten, der nun bei Jens Machold überhaupt nicht griff. Seine alten Zustimmungswerte wanderten im gleichen Teilen an Simon Zimmermann und Josef Schäch. Aus den Argumenten dieser beiden im Wahlkampf könnte sich eine Erklärung für den Fall Jens Machold ergeben. ek