Das Interesse der Bevölkerung am neuen Kindergarten „Wiesenhupfer“ ist groß. Das zeigte sich bei der Besichtigungsgelegenheit am Samstag vor einer Woche. Es kamen nicht nur Eltern und Großeltern, sondern auch Bürger, die sehen wollten, wohin die mehr als 10 Millionen € Bausumme geflossen sind. Sie waren alle von der Qualität der Investition überrascht. Von außen wirkt das Gebäude schon mächtig. Innen zeigt ein zentraler breiter Gang auf zwei Ebenen wie lang der „Wiesenhupfer“ ist. Da passen manche Gewerbebetriebe mehrfach rein. Schnell wird klar, dass so viele Quadratmeter eben ihren Preis haben. Auf jeder Ebene finden sich drei Gruppen mit fast gleichem Zimmergrundriss. Hinzu kommt ein Trakt für das Personal mit großer Waschküche. Diese Fläche findet sich ein Stockwerk höher als Turnhalle.
Holz als Baustoff dominiert, von außen und im Inneren. Es sollte ja ein ökologisches Vorzeige-Beispiel herauskommen. Der Eingang von der Bahnhofseite führt ins Erdgeschoß. Per Treppe oder Aufzug geht es in den ersten Stock, der zweiten Ebene. Diese kann von der anderen Seite auch per Stahltreppe erreicht werden. Die Verteilung auf die Gruppen, jede mit eigenem Eingang, erfolgt über einen breiten Balkon. Auch das Erdgeschoß ist von hinten erschlossen. Das erleichtert das Spielen im Freien, wozu wieder sehr viel Platz geschaffen wurde – mit Spielgeräten. Der Außenbereich zum Bahnhof muss noch fertig gestellt werden. Er dient mehr der schönen Gestaltung als der Kinderbetreuung.
Der Grund gehört der Pfarrei Wolnzach. Sie stellte ihn der Gemeinde gerne zur Verfügung, weshalb auch Seniorpfarrer Bischöflich-Geistlicher Rat Johann Braun zur Eröffnungsfeier eingeladen war. Er hatte das Herz für die Wolnzacher Kinder. Dafür musste das Clubheim des Motorradsportclubs Wolnzach weichen. Als Bolzplatz diente die große Wiese eh kaum mehr. Die Eltern bringen ihre Kinder über das Bahngelände. Es ist noch ungeteert, ein Abstellplatz für LKWs u.ä. Das soll sich nun ändern und der Qualität des Kindergartens entsprechen. Einher geht die Überplanung der ehemaligen Bahngebäude, so dass die Attraktivität des Areals stark zunehmen soll. Womöglich werden die Parkplätze dort dann auch von Marktbesuchern stärker benutzt. Für das alte Lagergebäude gibt es erste Pläne zur Nutzung als Café oder Bistro. Wegen der Kindergartenzufahrt eilt die Umgestaltung nun. Bürgermeister Jens Machold begann dort seine Wanderung durch ein neues Wolnzach in seiner Bewerbungsrede beim Abend des Wolnzacher Gewerbeverbands. Im ganzen Viertel liegt noch Entwicklungspotential. Früher gingen schon mal die Geschäfte bis dorthin.
Seit Allerheiligen wechselte der Kindergarten „Am Brunnen“ zum „Wiesenhupfer“. Der Umzug verlief problemlos. Alle empfinden das neue Gebäude im Vergleich großartig. Zugleich entstand Raum für mehr Kinder. Der neue Kindergarten verfügt über eine Gruppe mehr. Zusätzlich finden die Kinder viele Einrichtungen wie Hüpffelder mit Bällen oder Verstecke unter den Ablagetischen. Hier wird sich noch Weiteres ergeben. Es sind die Räume jenseits der Gruppenzimmer. Sie haben viel Potential. So können auch die Kinder der Gruppen zusammen kommen. Ebenso ist die Turnhalle angedacht. Schlafräume wie in der „Zwergl-Akademie“ finden sich beim „Wiesenhupfer“ nicht. Sie waren „Am Brunnen“ auch nicht vorhanden.
Womöglich zielt der neue Kindergarten auf größere Gruppen ab, dem Personalmangel geschuldet? Eine Besucherin war über die Treppen erstaunt, die in den ersten Stock führen oder zu Spielflächen unterm Dach. Früher galt der Grundsatz, dass Kinder nicht über Treppen gehen sollten. Zumindest haben die Treppen einen eigenen Handlauf für Kleinkinder. Aber auch im Waldkindergarten müssen die Kinder über eine Steige in den Wagen klettern. Und größer könnten die Unterschiede in der Kleinkinderbetreuung auch gar nicht sein. Im Waldkindergarten geht es eher eng zu. Die Natur bietet erst die Weite. Beim „Wiesenhupfer“ eine fabrikhafte Weitläufigkeit, eine Vorstufe zur Grundschule. Wichtig, dass die Erzieherinnen sich in den neuen Räumen wohl fühlen. Sie übertragen ihre Stimmung auf die Kleinen. Auf jeden Fall ist sehr viel getan worden für die zukünftigen Wolnzacher und die junge Familie. ek
Foto: Eduard Kastner
