Hofbrauhaus Freising verkauft

Januar 26, 2026

Es ging um Weihnachten ein Gerücht um, dass die Hofbrauhaus-Brauerei verkauft worden wäre: für 1 € an private Investoren. Hätte Dr. Michael Müllers Pensionierung zum Jahresende ähnliche Folgen wie der Abtritt von Klaus Josef Lutz bei der Baywa? Doch schnell stellte sich heraus, dass es sich um eine Fehlmeldung handelte. So etwas wäre in der SZ und dem Münchner Merkur gestanden. Doch es fand sich eine Verwechslung mit dem Hofbrauhaus Freising. Diese verkaufte Ignaz Graf zu Toerring-Jettenbach Anfang November 25 an eine Schweizer Investorengruppe unter Führung der Argon Management AG. Voraus gegangen waren zwei schwierige Jahre für das Unternehmen und zweifacher Wechsel des Geschäftsführers. Ignaz Graf Toerring-Jettenbach suchte seit 2024 nach einem Übernehmer, um eine Schließung zu verhindern. Der Verkaufspreis wurde nicht veröffentlicht. Es ist auch nicht bekannt, ob die umfangreiche Immobilie ebenfalls überging. Falls nicht, also ein neues Pachtverhältnis entstand, könnte der Verkaufspreis wirklich bei 1 € gelegen haben.

Das Gräfliche Brauhaus gehörte bis 1998 Grag Guy von Moy und wird auch noch unter diesem Namen gebraut. Es bezeichnet sich als älteste Privatbrauerei der Welt. Das Gründungsdatum wurde auf 1160 gelegt. Deshalb wollen die neuen Eigentümer diese Tradition respektieren, Marken und Brauverfahren beibehalten, aber den Export und das Marketing verstärken. Tatsächlich gelingt den bayerischen Brauern, den rückläufigen deutschen Bierabsatz durch Steigerung des Exports auszugleichen. Auch der Anteil alkoholfreien Biers steigt nachhaltig.

Von der Tradition nicht berührt sind die Immobilien in Pörnbach, wo Toerring bis zur Übernahme des Freisinger Brauhauses selbst Bier braute. Im Pörnbacher Schloss lebt Carl-Theodor zu Toerring-Jettenbach. Zu den Freisinger Marken gehören Huber-Weißbier und das Graf Ignaz Pils, die von Kennern sehr geschätzt werden. ek

Foto: wikimedia.org – Vuxi