Der 4. verkaufsoffene Sonntag wollte die üblichen Besucher nicht anlocken. Dabei schien am Morgen noch die Sonne und die aufkommenden Wolken hingen hoch. Am Wetter lag es also nicht. Die Zahl der Fierantenstände war ordentlich. Ein breites Angebot reichte von Gemüsesteigen bis zu Wollmützen. Die Geschäfte am Marien- und Marktplatz waren geöffnet. In der Preysingstraße schlossen sich auch einige dem Öffnungswunsch des Gewerbeverbands an. Im Rathauskeller hatte der Kunst- und Hobbykreis ein großes Angebot an Kunst und Weihnachtsschmuck eingerichtet. Eine Künstlerin führte sogar ihre Arbeit mit dem Bunsenbrenner vor. Es gab die üblichen Weihnachtsplätzchen und -getränke als Belohnung für den Besuch.
Auch die Parteien gaben sich präsent: SPD, Freie Wähler und GfW. Bei den Freien Wählern kam Landrat Albert Gürtner zur Unterstützung an den Stand zu Bürgermeisterkandidat Simon Zimmermann. Bei der GfW gab es Punsch und Bürgermeisterkandidat Josef Schäch hatte ein eigenes Wahlfahrzeug aufgefahren. Am SPD-Stand zeigte sich die SPD-Bürgermeisterkandidatin Tanja Maier, umringt von vielen Parteimitstreitern. Die CSU fehlte. Alois Federl, der AfD-Kaminkehrer, hatte sein Lager an der Elsenheimer Straße aufgebaut, wo ihn nur die vorbeifahrenden Fahrzeuge wahrnahmen.
Doch das Volk fehlte. Die Zahl der Besucher zu einem gewissen Zeitpunkt entsprach der der Standbetreuer. Ab 16 Uhr weinte dann der Himmel etwas – aus Mitgefühl? Doch um 17 Uhr versammelten sich sehr viele Wolnzacher Familien, um die „Illumination“ mitzuerleben. Der Gewerbeverband schickte den Nikolaus mit seinen zwei Engeln und verteilte Adventskalender. Die Versorgung mit Getränken kam vom Kindergarten St. Raphael. Zu Beginn spielte das Jugendorchester der Marktkapelle – immerhin rund 30 Musiker, perfekt dirigiert. Eine Lichtschau der Tanzschule Saphira gehört mittlerweile auch zum Procedere der Feierlichkeit. Bürgermeister Jens Machold fand den richtigen Ton für die Kinder, feuerte sie zum Mitmachen an. Mit dem Countdown erleuchtete dann der Christbaum am Rathaus und die gesamte Straßenweihnachtsbeleuchtung. Wie immer ein großes Erlebnis, Licht in das Dunkel des Winters zu bringen.
Die Bäume am Marienplatz, sowie die Lichtverzierungen am Rathaus brannten schon seit Freitag. Jedes Jahr gelingt es, die Lichterketten so kleinmaschig zu setzen, dass alle Formen im Licht sich wiederfinden. Auch die Fieranten leuchteten noch bis 18 Uhr mit ihren Ständen, suchten das erweiterte Geschäft. Ohne die Illumination hätten sie sich die Sinnfrage zum Anfahren am 1. Advent gestellt. Doch es bleibt die Frage offen, warum während des Nachmittags so wenig Besucher in den Markt kamen. Am Angebot und am Wetter lag es nicht. ek
Foto: Eduard Kastner
